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Mein Erlebniswochenende im Sauerland

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Als Urlaubsregion ist das Sauerland besonders durch seine Wander- und Skigebiete bekannt geworden. Kein Wunder also, dass auch die Wanderhauptstadt 2019 hier zuhause ist. Im Namen des Tourismusverbandes Sauerland war ich Ende März auf interessanter Entdeckungstour vor Ort und habe dabei nicht nur mittelalterliche Luft geschnuppert, sondern auch eine ganz besondere Nacht im Museum verbracht. Mehr dazu im Artikel.

 

Altena - mit dem aufzug in die vergangenheit

 

Für alle, die das kleine Städtchen an der Lenne besuchen, steht in der Regel ein Besuch der namensgebenden Burg Altena auf dem Programm. Sie gilt als eine der schönsten Höhenburgen Deutschlands und hat es nicht nur aufgrund ihrer Weltjugendherberge vor kurzem auf eine Top-Liste des amerikanischen Senders CNN geschafft. Auch ich durfte bei meinem Aufenthalt eine Zeitreise ins Mittelalter machen und die zahlreichen Inszenierungen bestaunen. 

 

 

Seit 2014 haben Touristen die Möglichkeit, die Burg mittels eines Erlebnisaufzugs zu erreichen. Das imposante Eingangstor zum selben befindet sich mitten in der Fußgängerzone und führt mich zunächst 90m in den Berg hinein und danach 80m nach oben.

Muss man bei der DDR-Rockband Karat noch über sieben Brücken gehen, so sind es im geheimnisvollen Bergstollen sieben Tore, die mich mit Rittern, Zwergen und nicht zuletzt dem Burgherrn bekannt machen. Nachdem ich alten Sagen und Burghofgesprächen gelauscht habe, erreiche ich das eigentliche Highlight: den Erlebnisaufzug. 

An dieser Stelle sei gesagt: mit Platzangst wird dir die 30sekündige Fahrt hinauf zur Burg definitiv sehr lange vorkommen. Da hilft auch die Gesellschaft der fünf Edelmänner nicht. 

 

Beeindruckende Waffenkammer
Beeindruckende Waffenkammer

 

Oben angekommen erwarten mich nicht nur ein tolles Burggelände, sondern auch liebevoll restaurierte Räumlichkeiten, die nicht nur angeschaut, sondern auch angefasst und erlebt werden können. Wie beispielsweise die Jungen- und Mädchenschlafsäle mit ihren alten Strohbetten, auf denen die Besucher auch gerne einmal Probe liegen dürfen.

Neben diesen altertümlichen Schauplätzen darf ich zum Abschluss meiner Besichtigung die schöne Aussicht über Altena genießen. Weil das Wetter so gut ist, lasse ich die gewonnenen Eindrücke bei einem Cappuccino im angrenzenden Burgrestaurant wirken und kehre danach auf dem Fußweg in die Stadt zurück. Dort statte ich dem Drahtmuseum (Eintritt im Burgticket inklusive) einen kurzen Besuch ab, bevor es gegen Nachmittag nach Lüdenscheid zur Übernachtung in die Phänomenta geht.

 

 

Das Drahtmuseum führt einem sehr anschaulich vor Augen, wie vernetzt wir heutzutage tatsächlich miteinander sind und wie selbstverständlich es zugleich für uns ist. Smartphones sind schon längst keine Besonderheit mehr, Technik umgibt uns überall und letzten Endes ist es das kleine Stückchen Metall in seinen verschiedensten Formen, welches maßgeblich verantwortlich für unsere Zivilisation ist. 

Ohne Draht gäbe es sie nicht: 

  • die Instagram-Shootings von den spektakulärsten Hängeseilbrücken dieser Welt,
  • schnelle Sportwagen oder sportliche Bikes,
  • oder gar faltenfreie Wäsche.

Und ich, ja ich, würde diesen Artikel hier niemals mit euch teilen können.

Wer jetzt so richtig neugierig geworden ist und etwas dazulernen möchte, bucht eine kostenlose Führung. Beginn ist jeweils um 11:00, 14:00 oder 16:00 Uhr.

 

Draht in seiner Perfektion
Draht in seiner Perfektion

 

Ein Wehrmutstropfen bleibt jedoch: während meines Aufenthaltes war ich leider die einzige Besucherin. Ob es an den frühlingshaften Temperaturen oder am generellen Desinteresse der Touristen lag, werde ich wohl nie herausfinden. Allerdings kann ich sagen, dass sich mir dasselbe trostlose Bild auch im Stadtzentrum von Altena bot. Vorab hatte ich mich mit der Beschreibung Altenas auf der Internetpräsenz vertraut gemacht. Dort war von Bodenständigkeit und Authentizität die Rede. Vor Ort musste ich aber leider ernüchtert feststellen, dass viele Ladenlokale mittlerweile geschlossen sind oder zum Verkauf stehen und dadurch der auf der Homepage beschriebene Charme nicht zu spüren war. Ganz im Gegenteil: ich habe mich ohne Leben in den Straßen und Gassen sogar ein wenig verloren gefühlt und auch am Vorabend hatte ich schon einen ähnlichen Eindruck gewonnen. 

Nichtsdestotrotz soll es rund um Altena 61 schöne und abwechslungsreiche Wanderrouten geben, auf denen ihr die Region kennenlernen könnt. 

 

nachts im Museum

"Die Nacht, der Ort und Du" lautet das Motto des Hamburger Unternehmens "Sleeperoo", das der ein oder andere unter euch sicher aus dem TV-Format "Die Höhle der Löwen" kennt. Die Idee dahinter ist ganz einfach: atemberaubende Übernachtungen an den besondernsten Orten in ganz Deutschland. Vom Einschlafen über dem Meer bis hin zum Aufwachen in den Bergen - beim trendigen Schlafwürfel kommt jedes Abenteurerherz auf seine Kosten.

Im Sauerland gibt es die coole Übernachtungsmöglichkeit gleich zweimal. Neben dem Nächtigen auf einer Alpaka-Farm (stell dir nur mal vor, wie die witzigen Tierchen am Morgen durch dein Zeltfenster schauen) kannst du es aber auch wie Ben Stiller handhaben und eine spannende Nacht im Technikmuseum "Phänomenta" verbringen.

 

Der Sleeperoo über dem Eingangsbereich mit Blick auf ein wirklich verrücktes Uhrwerk
Der Sleeperoo über dem Eingangsbereich mit Blick auf ein wirklich verrücktes Uhrwerk

 

Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn sich um 18:00 Uhr die Türen des Museums schließen und du dich, auch wenn zu Beginn noch die Putzkolonne ihre Bahnen durch die Räume zieht, plötzlich wirklich mutterseelenallein auf diesem riesigen Ausstellungsareal wiederfindest. Spätestens jetzt solltest du dir bewusst sein, dass du ab diesem Zeitpunkt nur noch auf der Dachterrasse frische Luft  schnappen kannst. Alle anderen Türen lassen sich nur noch von innen öffnen.

Gelegen kommt da die Chillbox mit kleinen Snacks, Getränken, einer Klopapierrolle und sogar einem Kondom. Ein Abendessen oder Frühstück gibt es nicht.

 

Für den Schlummertrunk ist dank der Chillbox gesorgt
Für den Schlummertrunk ist dank der Chillbox gesorgt

 

Auch wenn der Sleeperoo einem Zelt gleicht, so schläft man darin aufgrund der großen Doppelbett-Matratze mit gemütlicher Bettwäsche wirklich ausgesprochen gut. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es jedoch, das persönliche Hygieneprogramm auf der Museumstoilette umzusetzen. Egal, welchen Sleeperoo du dir nämlich aussuchst - eine Dusche ist in der Regel nicht vorhanden. 

 

 

Der Preis für den Sleeperoo in der Phänomenta beginnt ab 160 Euro für zwei Personen. An Wochenenden und Feiertagen variiert dieser natürlich. Ich wurde zwecks Pressearbeit zur Übernachtung vom Sauerland Tourismus eingeladen und musste für die Nacht nicht in den eigenen Geldbeutel greifen. Mein Glück. An dieser Stelle möchte ich für Transparenz sorgen. Der Preis wäre sicherlich gerechtfertigt, wenn man nachts die Dinge erleben könnte, die auf der Homepage beschrieben werden. Die Atmosphäre war sehr kühl, die Spannung fehlte. Dazu kam, dass der Großteil der Experimente nachts nicht in Betrieb war. Bei meinem Aufenthalt funktionierten nach Museumsschließung lediglich die mechanischen Stationen. Die Phänomene aus den Bereichen Magnetismus, Elektrizität, Licht und Akustik konnte ich aufgrund des fehlenden Stroms nicht ausprobieren, was mich ziemlich enttäuschte. Der nächtliche Streifzug durch die Ausstellung kam somit bereits nach einer guten Stunde zum Ende und die restlichen Stunden bis zum Einschlafen zogen sich in die Länge. Hier wäre es sicherlich angebracht, entweder den Preis der Übernachtung anzupassen oder das im Internet beworbene Konzept auch genauso umzusetzen.

Für Kinder, Familien und Schulklassen ist ein Ausflug in die Phänomenta auf jeden Fall ein tolles und interaktives Erlebnis. Auch die Idee, nachts auf Erkundungstour gehen zu können, ist super interessant. Allerdings bedarf es hier meiner Meinung nach einer konzeptionellen Überarbeitung.

 


Hast du schon mal in einem Sleeperoo übernachtet? Erzähl mir gerne davon.


* Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Sauerland Tourismus.


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