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Herbsttage auf Rügen - Meine Tipps für einen entspannten Aufenthalt auf der Ostseeinsel

 

Warum nicht einfach mal Urlaub vor der eigenen Haustür machen, anstatt immer in die weite Welt zu reisen?

Ich kann mir gar nicht erklären, warum ich bislang nicht auf den Gedanken gekommen bin, einen Trip nach Rügen zu machen. Schließlich ist die größte Insel Deutschlands einfach zu erreichen und hat zudem einiges zu bieten. Ob es nun imposante Kreidefelsen, gemütliche Seebäder oder breite Sandstrände sind - Rügen verzaubert und beeindruckt.

Ich war im Oktober vier Tage auf den gepflasterten Alleenstraßen der Insel unterwegs und habe einige Ausflugtipps für einen schönen Aufenthalt an der Ostsee für dich aufgeschrieben. 

 

Nationalpark Jasmund - die grüne Lunge Rügens

Auch wenn der Nationalpark Jasmund mit seiner Fläche von 3ha zu den kleinsten Deutschlands zählt, so ist doch die Kombination an Naturkunstwerken einmalig.

Deine Wanderung durch den Park kannst du von verschiedenen Punkten aus starten. Sehr empfehlen kann ich dir den Eingang im etwas abgelegenen Ort Hagen. Hier kannst du dein Auto auf dem kostenpflichtigen Parkplatz in Ruhe abstellen und dich sofort auf den Weg machen. Für die Camper unter euch bietet sich in Hagen zudem die Möglichkeit, über Nacht zu bleiben. Stellplätze mit Stromversorgung sind ausreichend vorhanden.

 

 

Schon beim Betreten des Nationalparks wirst aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Die "Ehrwürdigen Buchenhallen", die seit 2011 zum UNESCO-Welterbe zählen, ragen hier wie riesige Wächter aus dem Boden und du fühlst dich plötzlich ganz klein. Auf deinem Weg Richtung Küste kommst du an verschiedenen Wegweisern vorbei, die nicht nur über den Nationalpark informieren sondern auch zum Rätseln und Mitmachen einladen. Nach einer etwa einstündigen Wanderung erreichst du das Besucherzentrum des Königsstuhls.

Für den Fall, dass du die Ausstellungsfläche besuchst und dort einige Stunden verbringen möchtest: ein Shuttlebus bringt dich nach deinem Besuch ganz bequem zum Ausgangspunkt Hagen zurück. Du musst dich bei deinem Rundgang also nicht hetzen.

 

Wir entschieden uns bei unserem Aufenthalt dafür, die Wanderung entlang des Hofuferwegs fortzusetzen und wurden letzten Endes mit einem tollen Blick auf die weißen Riesen an der Küste Rügens belohnt. Insgesamt waren wir nach guten drei Stunden inklusive Fotostopps zurück am Auto. 

 

Ausblick auf die wunderschöne Kreideküste Rügens
Ausblick auf die wunderschöne Kreideküste Rügens

die ostseebäder Sellin und binz

Bei deinem Urlaub auf der Insel ist der Besuch eines Seebads auf jeden Fall ein Muss. Am bekanntesten ist wohl der Ort Sellin mit seinem beliebtesten Fotomotiv: der Seebrücke.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir von Sellin irgendwie mehr erhofft hatte. Zwar strahlt das Örtchen sehr viel Ruhe aus, aber viel mehr als die Seebrücke gibt es hier in meinen Augen nicht zu sehen. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass wir Sellin an einem Sonntagmorgen im Oktober besuchten und entlang der Strandpromenade nur eine einzige Bäckerei geöffnet hatte, in der sich die Spaziergänger auf der Suche nach Kaffee und Kuchen dicht an dicht drängten. 

 

Seebrücke in Sellin in herbstlicher Atmosphäre
Seebrücke in Sellin in herbstlicher Atmosphäre

 

Viel besser gefiel mir da Binz, denn der Flair des Örtchens erinnerte mich sehr an Westerland auf Sylt. Kaum einer von euch wird wissen, dass ich zur Hälfte Sylterin bin. Umso mehr freue ich mich, an Orte zu kommen, die meine Kindheitserinnerungen an Sylt zum Vorschein bringen. In Binz wirst du zwar auch im Herbst noch vielen anderen Touristen begegnen, aber der große Gästeansturm ist vorbei. Nur die letzten leeren Strandkörbe lassen noch erahnen, wie belebt die Küste im Sommer sein muss.

 

 

In der Nebensaison kannst du hier wunderbar am Strand entlang spazieren, kleine Insellädchen entdecken oder durch das Villenviertel rund um die Heinrich-Heine-Straße flanieren. 

Meine Empfehlung: verbinde deinen Besuch in Binz doch gleich mit meinem nächsten Ausflugstipp, dem Baumwipfelpfad in Prora. Mit dem Auto bist du in guten 10 Minuten dort und kannst mit Buchenkronen auf Tuchfühlung gehen.

 

Kreidefelsen vom Wasser aus erleben

Wenn du die Kreideküste von Rügen in ihrer vollen Pracht entdecken möchte, kannst du an verschiedenen Orten der Insel in eines der Ausflugsboote einsteigen und eine Fahrt zum berühmten Königsstuhl machen. Je nach Startpunkt schipperst du 1,5 bis 3 Stunden an Rügens Küste entlang und kannst vom Wasser aus die weißen Felsen bestaunen und der Geschichte der Kreidefelsen lauschen. 

 

 

Ich entschied mich während meines Aufenthaltes dafür, in Sassnitz loszufahren. Von hier dauert die Rundfahrt zum Königsstuhl und zurück zum Hafen gute anderthalb Stunden. Die Dauer der Fahrt war für einen sonnigen, aber dennoch kühlen Herbsttag genau richtig, da es zwischendurch auf dem Boot doch immer mal wieder ziemlich frisch wurde. 

Der Erwachsenenpreis für eine Fahrt zu den Kreidefelsen variiert von Anbieter zu Anbieter. Für unsere Fahrt mit der Reederei Lojewski zahlten wir 14,50 Euro pro Person. 

 

hoch oben auf dem Baumwipfelpfad

Einen sehr schönen Blick auf einen Großteil Rügens hast du vom 2013 errichteten Baumwipfelpfad in Prora, ganz in der Nähe von Binz. In schwindelerregender Höhe schlängelt sich der 1250m lange Weg zwischen Buchenkronen zum höchsten Aussichtspunkt Rügens, dem Adlerhorst. Der Holzturm umschließt eine große Buche und informiert auf der Spirale Richtung Himmel über die verschiedenen Vogelarten Rügens. 

 

 

Oben angekommen erwartet dich ein fantastischer Blick auf einige Landschaften der Ostseeinsel. Mithilfe angebrachter Richtungsweiser kannst du genau nachvollziehen, wohin du gerade schaust und wo du vielleicht noch nicht warst.

 

Drehwurmgefahr beim Erklimmen des Adlerhorstes
Drehwurmgefahr beim Erklimmen des Adlerhorstes

Kap Arkona - Leuchttürme und fischerdorf

Am nördlichsten Punkt der Insel, der Steilküste des Kap Arkona, wird Nostalgie groß geschrieben. Die beiden Leuchttürme, das DDR-Marinemuseum und das kleine Dörfchen Vitt bilden gemeinsam eine interessante Kombination für all diejenigen, die sich für die Historie der Halbinsel Wittow interessieren. 

 

Der historische Leuchtturm am Kap mit Standesamt
Der historische Leuchtturm am Kap mit Standesamt
Ausblick von ganz oben
Ausblick von ganz oben

 

Um zum Kap zu gelangen orientierst du dich am Dorf Putgarten. Am Ortseingang kannst du dein Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz abstellen und dich dann entweder per Kutsche, Bimmelbahn oder zufuß auf den Weg Richtung Steilküste machen. Letzteres kann ich dir nur ans Herz legen. Die wildromantische Landschaft lädt einfach zum gemütlichen Spaziergang ein und unterwegs gibt es, je nach Jahreszeit, schöne Sonnenblumenfelder oder Sanddornsträuche zu bestaunen. 

 

 

Auf dem Rückweg solltest du dir auf keinen Fall den wunderschönen Sandstrand zwischen Breege und Glowe entgehen lassen. Die L30 führt dabei auf einem etwas längeren Teilabschnitt zwischen Pinien auf der rechten und linken Seite hindurch. Parke hier dein Auto am Rand oder auf einem der Waldparkplätze und mache einen kurzen Spaziergang durch den Wald zum Strand. Von duftenden Nadelwald über ein kleines Stück geschütztes Düne erreichst du den endloslangen weißen Sandstrand. Im Herbst hast du diesen schönen Ort fast für dich - nur einige Muschelsammler oder Hundehalter werden dir hier begegnen. Ein wunderbares Fleckchen, um die Seele baumeln zu lassen und einfach mal abzuschalten.

 


Warst du auch schon einmal auf Rügen und hast noch andere Ausflugstipps? 

Dann schreib es mir in die Kommentare. 

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