3 Tage am Cap Ferret - zwischen Austerngourmets und Wellenreitern

03. Juli 2018


Im Norden Frankreichs, zwischen den wilden Wellen des kalten Atlantiks und dem Binnenmeer des Beckens von Arcachon liegt sie, die kleine Halbinsel Cap Ferret. Längst hat sich mit ihren feinen, breiten Sandstränden, den duftenden Pinienwäldern und bei Feinschmeckern beliebten Austernbänken einen Namen gemacht. Hier treffen sich nicht nur Stars und Sternchen zum Champagnerschlürfen in edlen Restaurants sondern auch Naturliebhaber, Wellenreiter und Campingfans für ihre nächsten Abenteuer. Wir haben hier drei wundervolle, aber vor allem günstige Tage verbracht, an denen wir nicht nur viel sehen, sondern auch die Schönheit der Naturschutzgebiete um uns herum genießen durften.

Aber beginnen wir ganz von vorn. 

 

Wie kommst du hin?

 

  • mit dem Zug und der Fähre

 

Wenn du es so machen möchtest wie wir, nimmst du zunächst den Zug nach Bordeaux. Von dort aus gibt es eine einstündige Regionalverbindung nach Arcachon, von wo aus die Fähre für ca. 7 € (einfache Fahrt) zum Cap Ferret ablegt.

Solltest du bei deiner Anreise bislang noch kein Urlaubsgefühl verspürt haben, so stellt es sich spätestens jetzt ein, wenn dir die frische Meeresbrise um die Nase weht.

Am Cap selbst kannst du dich mit Fahrrädern, Mietwagen oder Bussen fortbewegen. Da die Radwege hier aber super ausgebaut sind und mitten durch die wundervollen Pinienwälder führen, bietet es sich an, auf einen motorisierten Untersatz zu verzichten.

 

Beachte: auf der Fähre sind lediglich Fahrräder erlaubt. Es ist keine Auto-Fähre!

 

  • mit dem Auto

Natürlich kannst du auch mit deinem Auto oder Wohnmobil auf die Halbinsel gelangen. Von Deutschland aus führt dich dein Weg ebenso erst einmal nach Bordeaux, von wo aus du entlang an der Bucht von Arcachon aus nördlicher Richtung zum Cap gelangst. 

 

 

Wo übernachten?

Wenn du nach einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit suchst, kann ich dir nur wärmstens den Campingplatz Le Truc Vert ans Herz legen. Er liegt inmitten eines wunderschönen Pinienwaldes und vom Atlantikstrand trennen dich gerade mal eine Straße und ein ca. 200m langer Weg durch die Dünen. 

 

 

Die Inhaber sind freundlich und hilfsbereit. Im kleinen Supermarkt auf dem Platz kannst du Lebensmittel für den täglichen Bedarf erwerben oder du machst es dir ganz einfach in einem der beiden Restaurants vor Ort gemütlich. 

 

Für eine Nacht im Zelt zahlst du hier in der Hochsaison nur 18,90€. 

 

Gemütliche Abendstimmung auf dem Campingplatz "Le Truc Vert"
Gemütliche Abendstimmung auf dem Campingplatz "Le Truc Vert"

Surfen, entspannen, durch die Dünen wandern

 

Ich muss zugeben: tatsächlich war ich immer eher Fan von ruhigen Gewässern. Wellen verursachten schon in Kindheitstagen beim Nordsee-Urlaub meistens mehr Stress als dass sie Endorphine ausschütteten. Wie schön die raue Kraft des Meeres sein kann, habe ich am Cap Ferret zum ersten Mal so richtig erkannt. Schon von weitem, wenn du den Atlantik noch gar nicht sehen kannst, hörst du die Wellen brechen und vermagst zu erahnen, was sich hinter den Dünen befindet. Ich habe schon viele Traumstrände auf der Welt besuchen dürfen, doch irgendwie hat es mir der Atlantikstrand am Cap ziemlich angetan. 

Ein Paradies für Surfer
Ein Paradies für Surfer

 

Nicht nur die Länge und Breite sind einmalig, auch die Energie der Wellen reißt dich jedes Mal aufs Neue mit. Hier heißt es "Mind the wave, but also feel it and catch it". Kein Wunder, dass sich hier viele Surfprofis tummeln und auch bereits die Kleinsten ihr Glück im Weißwasser versuchen. 

 

 

Solltest du dich am Nachmittag von deinen Surf- und Schwimmabenteuern in deiner Unterkunft erholen, verpasse auf keinen Fall die Chance, am Abend noch einmal zurückzukehren. Bei einem Glas Wein kannst du den Tag ausklingen lassen, tolle Fotos schießen oder einfach nur den Wellen lauschen.

 

Fußweg vom Campingplatz zum Strand
Fußweg vom Campingplatz zum Strand

 

Eine Tagestour nach Arcachon

Wenn du schon mal am Cap Ferret bist, solltest du dir unbedingt auch das Städtchen Arcachon anschauen, nach dem das gleichnamige Becken Bassin d'Arcachon benannt ist. Für den beschaulichen, aber dennoch schicken Badeort solltest du auf jeden Fall einen ganzen Tag einplanen, da du von hier aus ganz einfach auch mit dem Bus zu Europas größter Wanderdüne, der Dune du Pilat, gelangst. Am besten planst du den Besuch bei deiner An- oder Abreise ans Cap Ferret ein. So ist der Ausflug kein großer Umweg. 

 

 

Ob du nun über die Strandpromenade mit ihren zahlreichen Austern-Restaurants flanierst, den Kindern bei Toben im flachen Wasser des Bassins zuschaust, staatliche französische Villen bewunderst oder ein bisschen durch die kleinen Boutiquen bummelst - der französische Charme wird dich auf jeden Fall begeistern. 

 

Schicke Boutiquen findest du in Arcachon an jeder Ecke
Schicke Boutiquen findest du in Arcachon an jeder Ecke

 

Bei einem Besuch in Arcachon sind Muscheln oder Austern ein Muss, denn darauf sind die Franzosen besonders stolz. Viele Restaurants, die beides anbieten, befinden sich direkt an der Promenade.

Hier gilt das Motto: Sehen und gesehen werden, das aber zu überteuerten Preisen. Ich empfehle dir, auch mal einen Blick in die etwas zurückliegenden Nebenstraßen zu werfen. Hier findest du kleinere, oftmals qualitativ bessere Restaurants zu fairen Preisen und kommst nebenbei auch mit liebenswerten Locals ins Gespräch. 

 

Insider Tipp:

Solltest du, wie wir, die Dune du Pilat am Abend besuchen, so kannst du die Muscheln auch noch danach genießen. Viele Restaurants haben bis Mitternacht geöffnet. Als besonderes Highlight bekommst du dann auch den glitzernden Asphalt von Arcachons Straßen zu sehen.

 

Falls du kein Freund von Meeresfrüchten bist, kommst du natürlich auch in der ein oder anderen Pizzeria auf deine Kosten. 

 

 

 

Europas größte Wanderdüne direkt um die Ecke - die Dune du Pilat 

110m hoch, 500m breit, fast 3km lang. Die Dune du Pilat verschlägt dir den Atem, das kann ich dir versprechen. Kaum zu glauben, was die Natur an dieser Stelle aus Kilotonnen von Sand erschaffen hat. Noch vor vielen Jahren war diese Sehenswürdigkeit kaum besucht. Heute strömen täglich mehrere tausende Besucher zu dem einzigartigen Naturschauspiel, das sich stetig seinen Weg ins Landesinnere bahnt. Im Sommer kannst du über eine installierte Treppe die Wanderdüne erklimmen. Der Aufstieg im Sand macht aber definitiv mehr Spaß, auch wenn du dabei mächtig ins Schwitzen gerätst. 

Schweißtreibende Kletterpartie
Schweißtreibende Kletterpartie

 

Wenn du oben ankommst, deine Beine schmerzen und du erst einmal wieder zu Atem gelangst, wird es Zeit, den einmaligen Ausblick in die Ferne zu genießen. Unter dir der gigantische Atlantik, das Cap Ferret und die Bucht von Arcachon. Hinter dir ein endlos scheinender Pinienwald. Tagsüber kannst du hier Paraglider beobachten, am Abend dann so wie wir das warme Licht der letzten Sonnenstrahlen in dich aufsaugen. Und das Beste an der ganzen Sache ist: der Besuch der Dune du Pilat ist das ganze Jahr über kostenlos.  

 

Abendstunden auf der Dune du Pilat - auch Locals kommen hier gerne zum Entspannen und Abschalten hin
Abendstunden auf der Dune du Pilat - auch Locals kommen hier gerne zum Entspannen und Abschalten hin

 

Wichtige Facts rund um die Dune du Pilat

  • Wenn du mit dem Auto zur Düne fährst, kannst du dort ca. 400m entfernt auf einem kostenpflichtigen Parkplatz parken.
  • Kein Auto? Kein Problem! Mit der Buslinie 1 kommst du in einer guten halben Stunde von Arcachon aus zur Düne. Die Busfahrt ist mit 1€ super günstig, außerdem kommst du auf der Fahrt an vielen schönen Häuschen vorbei.
  • Hunde sind auf der Düne erlaubt, allerdings müssen sie angeleint sein.

Bist du schon einmal am Cap Ferret gewesen? Berichte gerne über deine Erfahrungen!

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